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Was ist Usage-based pricing? Nutzungsbasierte Preise in der Praxis

Unsere Produktexpertin Verity Brain erläutert im Blogbeitrag, was man unter „Usage-based Pricing“ (auch: nutzungsbasierte Preise) versteht, warum diese Preismodelle Deine Abo-Modelle unterstützen und welche Preismodelle Dir zur Verfügung stehen, um Deine Umsätze zu erhöhen.

Nutzungsbasierte Preise (auch: Usage-based Billing oder -Pricing) sind ein Preismodell, dass anstelle eines Fixpreises den Preis an der tatsächlichen Nutzung eines Produktes oder Services festmacht. Kunden zahlen also unterschiedlich, je nachdem, wie sehr sie das Produkt oder den Service in Anspruch nehmen. Dadurch erhalten Kunden mehr Kontrolle über den Preis und sowohl Anbieter als auch Kunden profitieren von fairen Preisen und Transparenz.

Viele SaaS- und digitale Unternehmen nutzen nutzungsbasierte Preise für ihre Abonnements und gehen damit auf die Kundenbedürfnisse für mehr Preisflexibilität ein.

Im folgenden Artikel erläutere ich, was man unter nutzungsbasierten Preisen versteht und wie Frisbiis nutzungsbasierte Preismodelle über verschiedene Branchen hinweg eingesetzt werden können.

Was sind nutzungsbasierte Preise? #

Nutzungsbasierte Preise (oder auch „Usage-based Billing“ oder „Consumption-based Billing„) berechnen den Preis anhand messbarer Produkt- oder Service-Nutzung.

Messbare Nutzungseinheiten sind dabei unterschiedlich je nach Service und Produkt:

  • Verarbeitete Transaktionen
  • Genutzte Einheiten
  • Anzahl der User
  • Generierte Rechnungen / Dokumente
  • Anzahl der API-Anfragen
  • Speichervolumen
  • etc.

Wichtig bei der Nutzungseinheit ist, ob sie einen Mehrwert für Kunden bietet.

Nutzungsbasierte Preise sind besonders effektiv, wenn sie nicht nur eine einfache Aktivität berechnen, sondern ergebnisorientiert sind. Kunden sind viel eher bereit, für ein Ergebnis zu zahlen als für eine Funktion.

In den meisten Fällen ersetzen nutzungsbasierte Preise die klassischen Abo-Pläne und -Preise nicht, sondern werden ergänzend eingesetzt.

Wann funktionieren nutzungsbasierte Preise am besten?  #

Nutzungsbasierte Preise sind besonders effektiv bei Produkten, deren Wertschöpfung mit bestimmten Aktivitäten steigt. Dazu gehören API-Plattformen, Services, deren Kosten mit erhöhter Nutzung steigen oder Produkte, bei denen Kunden den Wert nicht stetig, sondern in Phasen erhalten. In diesen Fällen können einfache Abo-Modelle den potenziellen Umsatz limitieren oder sogar minimieren, wenn die vermehrte Nutzung die Betriebskosten erhöht.

Die sechs nutzungsbasierten Preismodelle* der Frisbii-Plattform #

Frisbii unterstützt sechs nutzungsbasierte Preismodelle, die individuell oder in Kombination genutzt werden können. Wir unterstützen Frisbii-Kunden mit der Preisgestaltung, um den größten Mehrwert zu generieren.

*Die folgenden Definitionen basieren darauf, wie wir bei Frisbii unsere nutzungsbasierten Preismodelle aufgesetzt haben. Definitionen anderer Quellen können davon abweichen.

Flat Pricing – Pauschalpreise

Was versteht man unter Pauschalpreise?

Der Preis wird für jede Einheit festgelegt und ist fix für alle Einheiten bis zu einer bestimmten Menge. Wird diese Menge über- oder unterschritten, gilt ein anderer Fixpreis für jede Einheit.

Wie kann man Pauschalpreise einsetzen?  

Abrechnung per SMS, Rechnungserstellung, API-Anfrage, Nutzer oder Dokument.

Was sind die Vorteile für Pauschalpreise?

Die Preise bleiben einfach und die Nutzung kann sehr eindeutig gemessen werden. 

Beispiel

  • 1–100 Abrechnungen = €0.20 per Einheit
  • 101–500 Abrechnungen = €0.15 per Einheit

350 Abrechnungen = 350 × €0.15 = €52.50

Graduated Pricing – Gestaffelte Preise

Was versteht man unter gestaffelten Preisen?

Der Preis wird pro Einheit innerhalb bestimmter Volumen gestaffelt. Kauft bzw. nutzt der Kunde mehr Einheiten, ändert sich der Preis mit steigender Nutzung pro Einheit. Der Gesamtpreis setzt sich aus allen Einheiten in den jeweiligen Volumen zusammen.    

Wie können gestaffelte Preise eingesetzt werden?

Versendete Emails, SaaS-Lizenzen, Speicherplatz, Benachrichtigungen 

Was sind die Vorteile von gestaffelten Preisen? 

Belohnt Wachstum und berechnet gleichzeitig faire Preise für die bisherige Nutzung.

Beispiel

  • Die ersten 5 Lizenzen = kostenlos
  • 6–10 Lizenzen = €5 pro Einheit
  • 11–20 Lizenzen = €4 pro Einheit

17 Lizenzen = (5×0) + (5×5) + (7×4) = €53

Volume Pricing – Mengenpreise

Was sind Mengenpreise?

Den Kunden wird ein fester Preis entsprechend der Stufe berechnet, in die ihr Verbrauch fällt, unabhängig davon, wo genau innerhalb dieser Stufe ihr Verbrauch liegt.

Wie können Mengenpreise eingesetzt werden?

API-Pläne, Support-Level, Featurezugänge, Plattformpläne   

Was sind die Vorteile von Mengenpreisen?

Sorgt für vorhersehbare Rechnungen und eine transparente Preisgestaltung für Abos.

Beispiel

  • 0–5,000 API-Abrufe = kostenlos
  • 5,001–8,000 = €20
  • 8,001–10,000 = €30

9,000 Abrufe = €30

Graduated Volume Pricing – Gestaffelte Mengenpreise

Was sind gestaffelte Mengenpreise?

Die Nutzung erfolgt in Stufen, wobei jede Stufe separat abgerechnet wird, wenn der Kunde sie durchläuft.

Wie können gestaffelte Mengenpreise eingesetzt werden? 

APIs mit hohem Volumen, Kommunikationsplattformen, Datenverarbeitung, Infrastruktur 

Was sind die Vorteile von gestaffelten Mengenpreisen? 

Vermeidet Preissprünge und ermöglicht eine reibungslose Skalierung bei steigender Nutzung.

Beispiel

  • 0–5,000 Anrufe = kostenlos
  • 5,001–8,000 = €20
  • 8,001–10,000 = €30

9,000 Anrufe = €20 + €30 = €50

Percentage Pricing – Prozentuale Preisgestaltung

Was ist prozentuale Preisgestaltung?

Es wird ein Prozentsatz des verarbeiteten Wertes auf Basis der jeweiligen Wertespanne berechnet.

Wie kann prozentuale Preisgestaltung eingesetzt werden?  

Zahlungen, Marktplätze, Tickets, Buchungsplattformen 

Was sind die Vorteile der prozentualen Preisgestaltung? 

Die Preisgestaltung entwickelt sich natürlich mit dem Wert, den die Kunden generieren.

Beispiel

2.5% des verarbeiteten Werts 

€40,000 wurden verarbeitet = €1,000

Graduated Percentage Pricing – Gestaffelte prozentuale Preisgestaltung

Was ist gestaffelte prozentuale Preisgestaltung? (Frisbii-Definition)  

Für jeden Abschnitt des verarbeiteten Wertes gelten innerhalb definierter Bereiche unterschiedliche Prozentsätze.

Wie können gestaffelte prozentuale Preise eingesetzt werden?

Zahlungsanbieter, Marktplätze, Plattformen, die auf Kommissionsbasis arbeiten 

Was sind die Vorteile von gestaffelten prozentualen Preisen? 

Sorgt für ausgewogene Gewinnmargen und bietet gleichzeitig größeren Kunden bessere effektive Konditionen.

Beispiel

  • Die ersten €50,000 = 2.30%
  • Die nächsten €100,000 = 1.85%
  • Über €150,000 = 0.95%

€175,000 verarbeitet = €3,237.50

Nutzungsbasierte Preise in verschiedenen Branchen einsetzen #

Nutzungsbasierte Preise sind zwar im Prinzip überall gleich, werden jedoch je nach Branche und Geschäftsmodell vielfältig eingesetzt.

SaaS-Plattformen bepreisen neben dem klassischen Plattform-Abo oft aktive Nutzerkonten / User Seats, aber auch ausgeführte Workflows, verarbeitete Datensets oder Automatisierungsvorgänge.

E-Commerce und Retail-Unternehmen verknüpfen nutzungsbasierte Preise oft an Stückpreisen pro Volumen, so dass Kunden sparen, wenn sie mehr kaufen.

Medien- und Unterhaltungsunternehmen bepreisen oft die Anzahl der Streams oder Downloads (z.B. bei Audible) oder der Nutzerkonten bzw. gleichzeitig genutzten Bildschirme.

Zahlungsplattformen und Marktplätze setzen nutzungsbasierte Preise oft je nach Transaktionsanzahl oder -volumen ein. Hier wird auch häufig die prozentbasierte Bepreisung gefunden.

Über verschiedene Branchen hinweg kann Usage-based Pricing auch die Kundenbindung stärken, da Kunden mühelos ihre Nutzung und dadurch auch Kosten skalieren können, anstatt den Vertrag komplett zu pausieren oder zu kündigen.  

Hybride Preismodelle sind der perfekte Start #

Wenige Unternehmen können von heute auf morgen komplett auf nutzungsbasierte Preise umsteigen.  

Hybride Preismodelle kombinieren einen festen (Abo-) Preis mit einer oder mehreren nutzungsbasierten Preiskomponenten. Der Festpreis bietet vorhersehbare wiederkehrende Umsätze (MRR) und die nutzungsbasierten Preise erlauben einen Umsatzwachstum, der mit der Kundennutzung (und damit dem Wert des Produktes oder Services) einhergeht.

  • Für Kunden reduziert sich dadurch die Einstiegshürde und die Preisrisiken, da sie mehr Kontrolle über den Endpreis haben.
  • Für Unternehmen bleiben Budgetpläne vorhersehbar und können gleichzeitig flexibel nach oben skalieren. Außerdem erhalten sie wertvolle Nutzungsdaten ihrer Kunden, die bei der Produktentwicklung unterstützen können.

Preistransparenz für mehr Vertrauen  #

Für erfolgreiches Usage-based Pricing musst Du Deinen Kunden Transparenz über ihre Nutzungsdaten geben.

Übersichtliche Dashboards, Zusammenfassungen und Benachrichtigungen helfen dabei, dass Kunden ihr eigenes Nutzungsverhalten verstehen und verfolgen können, um ihre Ausgaben zu kontrollieren. Je mehr Deine Kunden das Gefühl haben, dass sie die volle Kontrolle über ihre Nutzung haben, desto eher werden sie nutzungsbasierte Services und Modelle akzeptieren.

Nutzerdaten können auch proaktiv für die Kundenbeziehung genutzt werden. Wenn eine sinkende oder steigende Nutzung erkannt wird, können Kunden angesprochen werden, um ihnen ein optimales Abo- oder Preismodell vorzustellen. Dadurch können auch Absprungrisiken reduziert werden, indem Kunden gezeigt wird, wie oft sie ein Produkt oder Service tatsächlich nutzen.

Nutzungsbasierte Preise als Grundlage für Wachstum #

Usage-based Billing besteht nicht nur aus einem Wechsel des Preismodells, sondern agiert als operatives Modell, um die Produkt- oder Serviceentwicklung zu verbessern.

Wenn das Produktteam, der Vertrieb, die Buchhaltung und der Kundensupport von den Nutzungsdaten lernen, kann ein Unternehmen sehr viel eher auf echte Kundenbedürfnisse eingehen. Das Preismodell bietet also gleichzeitig auch durchgängig Daten, die etwas über das Nutzerverhalten, das Produkt und den langfristigen Kundenwert aussagen können.

Nutzungsbasierte Preisgestaltung mit Frisbii #

Mit der Frisbii-Plattform kannst Du ganz einfach nutzungsbasierte Preise aufsetzen.

  • Tracke die Nutzung via API-Integrationen oder den Frisbii Performance Dashboards 
  • Preismodelle können getestet und angepasst werden, ohne den Betrieb zu stören
  • Kredite, Pilotprojekte und Vergütungen (Allowances) sorgen für sichere Experimente, um wertvolle Nutzerdaten zu sammeln

Produktteams erfahren mehr über die beliebtesten Funktionalitäten

Das Finanzteam erhält bessere Umsatzvorhersagen

Vertrieb und Kundenservice haben mehr Optionen, Kunden zugeschnittene Angebote zu machen

Lust, nutzungsbasierte Preise auszuprobieren?

Frisbii ist Deine Recurring Billing-Plattform, die unterschiedliche Preismodelle unterstützt, übersichtliche Performancedaten liefert und für europäische Märkte entwickelt wurde.

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